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Bildredaktion

Die Bildredaktion umfasst die Auswahl von Fotos, Illustrationen, Infografiken, Karten, Animationen usw. entweder aus einer oder mehreren bestimmten Datenbanken, kann aber auch die Beauftragung und das Briefing von Fotografen, Grafikern oder Kartografen beinhalten. Abbildungen, die sorgfältig ausgewählt und präzise auf den Text abgestimmt sind, veranschaulichen den Inhalt (ohne ihn einfach nur zu wiederholen), erleichtern sein […]

Automatisierung in der Redaktion

Die 20-bändige ZEIT Welt- und Kulturgeschichte ging aus einer Kooperation des Bibliographischen Instituts mit der ZEIT hervor – eine Herkulesleistung: wöchentlich erschien ein Band von 608 Seiten mit annähernd 400 Abbildungen, Karten, Grafiken und Tabellen sowie rund 150 Infoboxen, Zitaten und Quellen. Dieses Tempo war atemberaubend. Einhalten konnten wir es nur dank einer sehr guten, sehr kreativen und sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der legendären EDV des Bibliographischen Instituts, vor allem Roman Halstenberg. Seine analytischen Fragen, mit tiefem Interesse und großer Besonnenheit vorgetragen, hatten es in sich, gottseidank!

Die Texte lagen im SGML-Format in unserer Datenbank vor, waren allerdings noch nicht so strukturiert und getaggt, wie es die Publikation erforderte. Bei diesen Datenmengen (fast 30 Mio. Anschläge!) lohnte es sich, möglichst viele dieser Arbeiten dem Rechner anzuvertrauen. In regelmäßigen Teambesprechungen heckten wir immer neue Algorithmen aus, dank derer die redaktionell vorbereiteten Texte abschließend bearbeitet wurden. Wir nannten das scherzhaft oft automatische Redaktion.

Ein Beispiel von Dutzenden: Für das Gesamtregister in Band 20, das schließlich 30.000 (!) Fundstellen umfassen sollte, stellten wir eine Liste mit den wichtigsten Begriffe zusammen, die automatisch getaggt werden konnten, alle weiteren Begriffe taggten wir klassisch im Redaktionssystem. Aber: Wir verlinkten sie nicht. Das besorgte der Rechner. Er unterschied auch, ob eine Fundstelle aus dem Haupttext oder aus einer Bildunterschrift stammte. Im Layout sind diese dann entweder in der Grundschrift oder kursiv.

Die Bilder suchten wir in der verlagseigenen Bilddatenbank aus; hier wurden auch die Bildunterschriften erfasst, die Kapitelzuordnung sowie die Bildreihenfolge festgelegt und der Umfang berechnet. Sobald diese Arbeitsgänge für einen Band abgeschlossen waren, wurden die Metadaten den Texten zugespielt, und die Setzerei konnte mit dem — ebenfalls sehr weit gehend automatisierten — Umbruch beginnen.

Noch heute kann ich es kaum glauben, dass alle Bände termingerecht erschienen. Sind sie aber!

Das erste Großprojekt

Als Mitte der 1990er-Jahre Aufsichtsrat und Vorstand auf die Brockhaus-Redaktion zukamen mit dem Auftrag, mehrere Reihen zu entwickeln, die insgesamt praktisch das gesamte universitäre Themenspektrum abbilden sollten, war das der Anfang eines einzigartigen, faszinierenden Projekts. 36 Bände in sechs Reihen sollten es insgesamt werden.

Für die Reihe „Kunst und Kultur“ hatte ich, anfangs zusammen mit meinem Vorgesetzten, Dr. Rudolf Ohlig, die Projektleitung inne. Diese Reihe sollte alle Gebiete der Kulturwissenschaften abdecken, inhaltlich höchstes Niveau (Brockhaus eben) halten, aber der Form nach anschaulich und ohne Weiteres zugänglich auch für jeden Laien sein.

Um diesen Anspruch zu erfüllen, entschlossen wir uns zum einen zu einer opulenten Bebilderung, die nicht einfach nur illustrieren, sondern darüber hinaus auch im besten Sinne des Wortes visualisieren sollte. Die insgesamt 7000 Abbildungen kauften wir in aller Welt ein. Das war mitunter äußerst aufwendig und erforderte recht viel Kreativität: Ich erinnere mich, dass wir mehrfach Reinigungskräfte einspannten, damit sie zum Beispiel im Archäologischen Nationalmuseum in Istanbul anriefen, um die zugesagten Diasendungen einzufordern.

Das Autorenverzeichnis liest sich noch heute wie ein Who’s Who der Kulturwissenschaften: Jan Assmann, Gerhard Bosinski, Horst Bredekamp, Stephan Füssel, Horst Günther, Dieter Langewiesche, Peter Lösche, Wolfgang J. Mommsen, Hartmut Rosa, Annemarie Schimmel, Hans-Jürgen Schings sowie annähernd 200 weitere Wissenschaftler von internationalem Renomme arbeiteten an der Reihe mit. Bis auf wenige Ausnahmen durfte man den Eindruck haben, dass Ihnen die Arbeit genau so viel Spaß machte wie uns.

Sachbücher

Lektorat Susan Richter (Hg.): Verfolgter Unglaube. Atheismus und gesellschaftliche Exklusion in historischer Perspektive Campus Verlag 2018, 300 Seiten, ISBN 978-3-593-39060-4 Lektorat Vitus Huber: Beute und Conquista. Die politische Ökonomie der Eroberung Neuspaniens Campus Verlag 2018, 400 Seiten, ISBN 978-3-593-50953-2 Lektorat, Satz- und Umbruchprüfung VHD-Journal 2018, Mitgliederzeitschrift des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e. V. […]

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